Der erste Eindruck

In diesen wenigen Augenblicken saugen wir alle Informationen auf, die von der Person ausgesendet werden. Erscheinung, Kleidung, Tonfall, Wortwahl, Mimik, Gestik und zahlreiche weitere Faktoren werden registriert, analysiert und formen sich zu einem Eindruck zusammen. Sie bilden die Basis zur Beurteilung der Person. Aus ihnen leiten wir Persönlichkeitsmerkmale, Kompetenzen und Verhaltensweisen ab.

Der Mensch ist sehr sensitiv für Gefühlsregungen und ist in der Lage die subtilsten Signale zu erfassen. Besonders das Gesicht eines Menschen verrät viel, was verborgen bleiben soll. Seine 43 Muskeln bilden bis zu 10000 unterschiedliche Gesichtsausdrücke und offenbaren die Gefühlslage des Akteurs. Emotionen sind ein zentraler Bestandteil des ersten Eindrucks und von ausschlaggebender Bedeutung für die Glaubwürdigkeit. Wir lesen in Gesichtern wie in Büchern. Mithilfe der Gesichtszüge rechnen wir uns aus, wie erfolgreich ein Mensch ist, sprechen ihm Charakterzüge zu und schätzen die Intelligenz ein.

Erster Eindruck mit Perfect­Candidate

Hanna, 26
Legt großen Wert auf äußere Erscheinung. Wirkt sehr selbstbewusst, ein wenig arrogant und unnahbar. Ist nicht auf Fragen eingegangen. Ernste Miene, kaum Lächeln.
Peter, 32
Sehr frischer und dynamischer Typ. Starke Ausstrahlung! Lockerer und humorvoller Redestil. Lebendiges Erzählen, gestikuliert viel. Kreativ und unkonventionell eingerichteter Wohnbereich.
Anja, 31
Freundliche und angenehme Ausstrahlung, wirkt etwas verschüchtert. Spricht leise, ist eher introvertiert und gestikuliert gar nicht. Ausdrucksweise sehr bedacht. Wenig Privates preisgegeben. Fragen sehr knapp beantwortet.
Francesco, 34
Sehr sympathisch! Lacht viel. Defizite in der Ausdrucksweise. Kein deutscher Muttersprachler, trotzdem sehr bemüht und vorbereitet. Wirkt sehr interessiert.
Sergej, 37
Sehr schüchterner Mann. Stottert. Blickt häufig auf den Boden. Verunsicherter Blick. Nüchterner und reduzierter Sprachstil. Große Schwierigkeiten beim Erzählen über eigene Charaktereigenschaften und Freizeitbeschäftigungen. Viele Pausen.
Nathan, 35
Sehr freundliche und kultivierte Erscheinung. Adrett gekleidet. Selbstbewusstes Auftreten. Keine Aufregung spürbar. Punktet mit Fachwissen! Redet viel, gewandter Sprachgebrauch, trotzdem leicht verständlich und spannend.
Manuela, 29
Sehr aufgeregt, spricht zu schnell und verschluckt Wörter. Unsicherer umherschweifender Blick, meidet Kontakt mit Kamera. Gestikuliert sehr wild. Wirkt gestresst und durcheinander. Chaotische Beantwortung der Fragen. Lächeln wirkt gequält und aufgesetzt.
Joachim, 50
Herzliche und nette Ausstrahlung! Im Hintergrund Fotowand zu sehen, scheint ein sehr geselliger Mensch zu sein. Sehr charmante Art! Lässt sich nicht durch ins Zimmer hereinplatzende Person beirren. Viel Sinn für Humor. Sehr einnehmende Art!
Anette, 55
Ruhig und leise sprechend. Macht sehr sympathischen Eindruck. Jahrelange Arbeitserfahrung spürbar. Unauffälliger Typ. Wacher und intelligenter Verstand!

Stimme, Gestik, Mimik

Unser Gehirn verarbeitet auch noch eine weitere wichtige Komponente zur Eindrucksbildung, nämlich die Körpersprache. In Verbindung mit den Gesichtszügen ergibt sich ein aufschlussreicheres und bedeutungsvolleres Gesamtbild der Person. Die Stimme ist einzigartig, die Tonhöhe, der Sprachfluss und die Redemelodie sind ebenso prägend. Wird stockend, leise, hektisch oder monoton geredet, kann es starke, selbstbewusste, ängstliche oder streitbare Individuen erkennbar machen. Spricht jemand flüssig und sauber formuliert, zeugt es von ausgeprägtem und wachem Verstand.

Das Bildungsniveau lässt sich ebenso leicht erkennen wie eine kultivierte, freundliche Ausstrahlung. Zeitgleich entwickelt sich entweder eine sich spontan ergebende Zuneigung oder auch Antipathie. Von diesem Gefühl hängt ab, ob wir uns mit dieser Person in irgendeiner Weise sozial verketten, eine Beziehung eingehen möchten. Unsere Trefferquote ist erstaunlich hoch und ist ein Indikator, wie zuverlässig das Zusammenspiel in unserem Gehirn funktioniert. Das Anfangsurteil ist sehr stabil und wird im Zuge des Kennenlernens weiter differenziert, jedoch tendenziell nur wenig verändert.